Why Does Germany Have So Many Rubbish Bins?
Eine gelbe Tonne steht bei vielen Haushalten, doch finanziert wird das zugehörige Verpackungssystem von den Herstellern. Die Trennung hält unterschiedliche Abfallmaterialien auseinander, damit sie passend recycelt oder behandelt werden, statt im Abfallgemisch verlorenzugehen. Trotzdem gehen die verschiedenen Tonnen weder auf ein einziges Gesetz noch auf einen gemeinsamen Starttermin zurück. Die deutschen Abfallregeln entwickelten sich vielmehr von der geordneten Entsorgung hin zur Abfallvermeidung und Rückgewinnung von Materialien.
1972 trat Deutschlands erstes bundeseinheitliches Abfallbeseitigungsgesetz in Kraft, das zunächst Ordnung in die Entsorgung bringen sollte.
Zuvor hatte es laut dem historischen Rückblick des Umweltbundesamtes in der Bundesrepublik mehr als 50.000 unkontrollierte Müllkippen gegeben. An ihre Stelle trat ein System mit etwa 1.000 geregelten Deponien, statt der zuvor unkontrollierten Ablagerung. Das Abfallgesetz von 1986 ging darüber hinaus und räumte der Wiederverwendung unter bestimmten Bedingungen Vorrang ein.
Technisch musste sie möglich sein; wirtschaftlich musste sie sich zugleich als vertretbar erweisen. Außerdem ermöglichte das Gesetz Vorschriften, durch die Hersteller zur Rücknahme bestimmter Produkte verpflichtet werden konnten. Mit der Verpackungsverordnung von 1991 erhielten Verpackungshersteller dann die Verantwortung für den durch ihre Verpackungen entstehenden Abfall. Die Wirtschaft richtete dafür ein System ein, das Verpackungen privater Verbraucher sammelt, sortiert und anschließend verwertet.
Auf dieses herstellerfinanzierte System gehen die gelben Tonnen zurück; vielerorts gibt es stattdessen einen gelben Sack. Hinein gehören leichte Verpackungen, beispielsweise solche aus Kunststoff, Metall oder aus mehreren miteinander verbundenen Materialien. Bioabfälle hingegen bilden einen eigenen Stoffstrom, dessen getrennte Sammlung aus privaten Haushalten bundesweit verpflichtend wurde. Diese Pflicht gilt seit dem 1. Januar 2015 und beruht auf dem Kreislaufwirtschaftsgesetz.
Eine häufige Aufteilung umfasst fünf Bereiche: Glasverpackungen, Papier und Pappe, sonstige Verpackungen, Bioabfall sowie Restmüll. Andererseits stehen dafür nicht unbedingt fünf Tonnen am Haus, denn die örtlichen Sammelsysteme unterscheiden sich. Glas kommt häufig in öffentliche Sammelcontainer, Papier und Restmüll hingegen werden üblicherweise in Tonnen am Haus gesammelt. Was vor Ort tatsächlich wohin gehört, legt der Abfallratgeber der jeweiligen Gemeinde für die praktische Entsorgung fest.