Why Is an Accent So Hard to Lose?
Schon mit sechs Monaten hören Babys Sprachlaute unterschiedlich, je nachdem, welche Sprache sie umgibt. Das entdeckten Patricia K. Kuhl und ihr Forschungsteam 1992 bei einer Untersuchung von Vokalen. Sie untersuchten 64 Babys: 32 in den USA und 32 in Schweden. Dafür brachten sie dieselben Geräte zwischen den Universitäten in Seattle und Stockholm hin und her.
Auch das Testverfahren blieb gleich, damit sie die Ergebnisse vergleichen konnten. Amerikanische Babys ordneten Varianten eines englischen Vokals zu 66,9 Prozent seinem typischen Klang zu. Beim schwedischen Vokal waren es 50,6 Prozent; schwedische Babys zeigten das umgekehrte Muster. Die erste Sprache prägt also das Hören, noch bevor Kinder selbst sprechen.
Über Jahre werden ihre Lautgruppen vertraut, und die Bewegungen beim Sprechen laufen automatisch ab. Deshalb werden neue Laute oft durch vertraute ersetzt, obwohl Wörter und Grammatik bekannt sind. Japanische Erwachsene können beispielsweise Schwierigkeiten haben, englisches R und L als unterschiedliche Laute zu hören. Eine feste Altersgrenze für akzentfreie Aussprache konnte James Fleges Forschungsübersicht von 1987 jedoch nicht bestätigen.
Neben dem Alter spielen auch Erfahrung, Unterricht, Motivation und Sprachgebrauch eine Rolle. 1999 untersuchten James Flege, Grace Yeni-Komshian und Serena Liu 240 Koreanischsprachige in den USA. Bei ihrer Ankunft waren sie zwischen einem und 23 Jahren alt gewesen. Zuhörer bewerteten ihre englischen Sätze: Die Stärke des Akzents hing mit dem Ankunftsalter zusammen.